Soziales Catering

Es ist schwer, sich auf der Straße gut zu ernähren. Das stellen wir in den Begegnungen mit Obdachlosen und armen Menschen immer wieder fest. Auch jene in prekärer Lebenssituation sparen am Essen, um über den Monat zu kommen. So entstand das „Soziale Catering“. Ein buntes Team aus ehrenamtlichen Helfer:innen und mit professioneller Gastrokompetenz kocht heute für Armenspeisungen. Gleichzeitig kann man uns buchen als Caterer für soziale oder kirchliche Anlässe. Wir wollen alle Gäste mit einer schönen, kulinarischen Erfahrung würdigen.

“Essen ist fertig!”

Essensausgabe am Freiluftstand, Nansenstr. 4

Zum Sozialen Catering gehört das jüngste Projekt „Essen ist fertig!“ Arme und Bedürftige im Kiez werden mit frisch gekochtem, leckerem, warmen Essen versorgt. Die Essensausgabe findet 2-3 mal pro Woche an der Freiluftstation auf dem Hof in St. Christophorus statt.

Zusätzlich öffnen wir in den Wintermonaten an zwei weiteren Standorten Essensausgaben, in der Wärmestube St. Richard und der Caritas-Wärmestube am Bundesplatz.
Soziale Kontakte, Freundlichkeit und Respekt gibt es obendrauf. „Essen ist fertig!“ punktet aber auch beim Thema Lebensmittelrettung und Plastikvermeidung.

„Heute gibt’s auch Kefir!“, sagt Anne, die ehrenamtliche Helferin an der Essensausgabe. „Das ist ja ein Geschenk des Himmels!“, antwortet die ältere Dame freudig.
Ort: ein Stand auf dem Sportplatz von St. Christophorus in der Neuköllner Nansenstraße. Die Freiluftstation von ‚Essen ist fertig‘.

Es ist Mittwochmittag. Pünktlich ab 12.30 Uhr stehen die ersten Gäste schon am Tor Schlange. Darunter Wohnungslose, Geflüchtete, auch ältere Kiezbewohner:innen und Neuköllner:innen in existenzieller Not, die sich mit zusätzlichen Hilfen über Wasser halten. Alles ist gut organisiert, der Stand hat einen Spuckschutz; die Abläufe sind routiniert.

Helferin Anne freut sich über die Begegnungen.
„Die geben mir immer so gut zu essen“, freut sich Dieter.

Das Projekt lebt von ehrenamtlichem Engagement – und von Spenden.

Rückblick: Seit über zwei Stunden bereitet ein Team aus Ehrenamtlichen in der Gemeindeküche das Essen vor: Es gibt Bouletten, Kartoffelpüree, dazu einen Salat.

Ehrenamtliches Engagement: Kirche in der Küche

„FÜR MICH IST DAS GOTTESDIENST MIT DEN HÄNDEN.“

Elisabeth

Der Salat und der Kefir wurden von der Berliner Tafel weitergespendet. Gerettete Lebensmittel, alles noch knackig und frisch. Die Kartoffeln und das Hackfleisch sind aus dem Supermarkt. „Alles was gekauft werden muss, wird über Geldspenden finanziert“, erklärt Elisabeth.
Jetzt sind die Gäste da. Es ist eine gute, lockere Atmosphäre: St. Christophorus-Pfarrer Kalle Lenz geht mit einem breiten Lächeln über den Hof und ruft: „Lasst es euch schmecken, Freunde.“
Dieter R. lebt in sehr bescheidenen Verhältnissen hier im Kiez. Er ist schwerstbehindert, ohne Arbeit und Stammgast bei ‚Essen ist fertig‘. Mit der Mahlzeit, die in wiederverwendbaren Schraubverschlussgläsern ausgegeben wird, zieht er sich an einen Tisch in einem Hinterhof zurück. Das Projekt „Essen ist fertig!“ findet er gut. Und deshalb lässt er sich auch gern fotografieren.

Anne, die am Stand das Essen ausgibt und eine von vielen ehrenamtlich Engagierten, die das Projekt tragen, sagt über ihre Motivation: „Die Bedürftigen sind ein Teil der Gesellschaft. Ich wünsche mir, dass sie auch einen Platz haben. Dass sie auch versorgt sind.“ Befragt nach einem besonderen Erlebnis, antwortet sie: „Die meisten sind total dankbar. Es sind diese kleinen Momente von Dankbarkeit.“

Immer mittwochs steht das Duschmobil des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) auf dem Platz. Außerdem steht ein kompetentes Beratungsangebot zur Verfügung.

Außerdem findet wöchentlich eine Streetwork-Aktion am Bahnhof Zoo statt. Mit Tee, Stullen und warmer Suppe besucht Kalle mit einem kleinen Team dort immer samstags die Obdachlosen. Die Aktion gibt es sogar schon seit 1993, begonnen am Ostbahnhof. In der Coronazeit ist nur die warme Suppe hinzugekommen.

Warmes Essen für die Obdachlosen am Bahnhof Zoo

Nachhaltigkeit
Eine Besonderheit: Die Benutzung von wiederverwendbaren Schraubgläsern als ‘take away’!

St. Marienschule unterstützt mit Lebensmittelspenden.

September 2020: An Wochentagen kommen je zwischen 40-60, an Sonntagen bis zu 100 Gäste. Hinzu kommen wöchentlich ca. 50 Suppen, die am Bahnhof Zoo ausgeteilt werden. Das sind monatlich bis zu 1000 Mahlzeiten an Bedürftige.
Danke an alle Unterstützer:innen, die „Essen ist fertig!“ bis heute mittragen! Zu ihnen gehören regelmäßige Lebensmittelspenden von der Berliner Tafel. Zwei Neuköllner Bäckereien stiften ihr Brot vom Vortag. Ab und an erhalten wir frische Lebensmittel von Einkaufsläden, arabischen Gemüse- und Fleischhändlern oder Obst vom Großmarkt. Eine Solawi spendet wiederkehrend Obst und Gemüse. Mancher Garten trägt ebenfalls zur gesunden Versorgung bei. Die St. Marienschule stiftet zu Erntedank jede Menge Lebensmittel! Danke auch an alle finanzielle Unterstützung, durch das Bezirksamt Neukölln, die Weihnachtsaktion des Tagesspiegel, … die vielen kleinen und größeren Einzelspenden! So bestärkt können wir das Projekt weiterführen.

Mithilfe
Ehrenamtliche Mithilfe willkommen!

Orte und Zeiten der Essensausgabe

  • Freiluftstation St. Christophorus
    Eingang Nansenstr. 7, 12047 Berlin
    Mittwoch: 13:00-14:30 Uhr
    Sonntag: 13:00-14:30 Uhr
    Sommerpause ab 22.06. bis voraussichtl. 07.09.2022

Ausgabestationen während der Kältesaison von Oktober bis März:

  • Wärmestube St. Richard
    Braunschweiger Str. 18, 12055 Berlin / Eingang über Schudomastraße
    Freitag: 15:30-19:30 Uhr
    Abendsegen in der Kirche: 19:15 Uhr
  • Wärmestube der Caritas am Bundesplatz
    Tübingerstr. 5, 10715 Berlin
    Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: 15:00-18:00 Uhr

Fotos: W. Gebhardt, Fotos “Schraubgläser” & “Spende der St. Marienschule”: Pallotti-Mobil e. V.
Texte: W. Gebhardt / L. Eichert