Warum Pallotti?

„Wir sind alle verpflichtet, uns gegenseitig zu helfen,
den Himmel zu erlangen.“

Vinzenz Pallotti
Wo ist der dazugehörige Mensch? (entdeckt in Neukölln)

Unermüdlich unterwegs für die Menschen

Vinzenz Pallotti war damit unermüdlich
für die Menschen Roms unterwegs.

Warum eigentlich Pallotti? Warum dieser ungewöhnliche Name: ‚Pallotti-Mobil?‘ Wegen Vinzenz Pallotti, dem wunderlich-wunderbaren Priester. Obwohl kränklich, war Pallotti so mobil, war so unermüdlich für die Menschen auf den Straßen Roms unterwegs, dass seine Schuhe schließlich ganz durchgelaufen waren.

Bei Pallotti-Mobil e.V. haben wir uns Vinzenz Pallotti als Vorbild genommen. Auch bei uns geht die Hingabe schon mal aufs Material: Unser Pallotti-Mobil, der heiß geliebte Transporter, mit dem wir viele Jahre lang fast täglich für Menschen unterwegs waren, hat unlängst den Geist aufgegeben. Doch begeisterte Unterstützer:innen haben ein neues finanziert.
„Die Leute haben Palllotti erlebt und gemerkt, der lebt in und aus einer anderen Dimension, er hat eine Nähe zu Gott“, sagt Kalle Lenz, Vorstandsmitglied von Pallotti-Mobil e. V., Pallottiner und langjähriger Pfarrvikar der katholischen Kirchengemeinde St. Christophorus in Berlin-Neukölln.

Gott, die unendliche Liebe

Vinzenz Pallotti, gemalt
von Oskar Kokoschka

Vinzenz Pallotti (1795-1850) war überzeugt, dass Gott überströmende unendliche Liebe ist. Er wollte diese heilende Kraft allen Menschen erfahrbar machen: den Armen in Rom, den Kranken, den Waisenkindern, den Gefangenen, ja allen Menschen auf der ganzen Welt. Gleichzeitig lehrte Pallotti an kirchlichen Hochschulen und war zeitweise Beichtvater des Papstes.

Aber was hat Pallotti uns Heutigen zu sagen? 2016 machte sich die Berliner Künstlerin Christine Kriegerowski mit einem Zyklus von Grafiken “Auf die Suche nach einem Heiligen“. Mit Hilfe des nebenstehenden Videos können Sie mit auf Entdeckungsreise gehen.

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Pallotti lebte in turbulenten Zeiten, die geprägt waren von den Umwälzungen der französischen Revolution, von einer Cholera-Epidemie, von großer sozialer Ungleichheit und spiritueller Orientierungslosigkeit. Dabei war er kein Einzelkämpfer: Pallotti scharte gleichgesinnte Frauen und Männer aus allen Schichten um sich und gründete mit ihnen die
‚Vereinigung des katholischen Apostolats‘ (UAC). Die revolutionäre Idee dahinter: Nicht nur Kleriker, sondern alle Menschen sind von Gott aufgerufen, die gute Botschaft von der Liebe Gottes an andere weiterzugeben und an je ihrem Platz zu leben. So lebt hier in St. Christophorus seit 1993 eine Pallottinische Gemeinschaft aus Frauen und
Männern zusammen, und es hat sich darüber hinaus 10 Jahre später mit „Movimento Pallotti – eine Hand voll Leben“ eine größere gebildet. Von Anfang an dabei: Lissy Eichert. Die Pastoralreferentin ist in der Seelsorge der Pfarrei Heilige Drei Könige und darüber hinaus tätig, seit mehreren Jahren spricht sie außerdem ‚Das Wort zum Sonntag‘. Von ihr stammt die Idee und der Name von Pallotti-Mobil e.V. Aktuell ist sie auch Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins.

Jede:r hat eine Berufung

Vinzenz Pallotti betont: Wir sind alle Ebenbilder Gottes. Nach Vinzenz Pallotti sind wir alle berufen Apostelin oder Apostel zu sein, Botin oder Bote Gottes in der Welt. Und nicht nur das: Jeder Mensch, hat von Gott seine besondere Berufung, seine besondere Gabe erhalten. Lebt er sie, erfüllt er eine tiefe Sehnsucht in seinem Innern. Und dient damit
auch den Menschen.

Ob Lehrer:in oder Reinigungskraft- jeder Beruf kann erfüllend als geistliche Berufung gelebt werden. Wie, das erklären Lissy Eichert, Kalle Lenz und Gefängnis-Seelsorgerin Stephie Kersten in nebenstehendem Video.

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Die Arbeit von Pallotti-Mobil: inspiriert durch Vinzenz Pallotti

Pallotti und die Seinen sorgten zum Beispiel dafür, dass Bedürftige Lebensmittelgutscheine erhielten, sie gründeten ein Heim für Waisenkinder und eine Abendschule für junge Frauen. Bei Pallotti-Mobil lassen wir uns von Vinzenz Pallotti inspirieren. In der Bildungsstätte JACK etwa helfen wir besonders schutzbedürftigen Frauen, sich in Deutschland ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Mit dem Projekt ‚Essen ist fertig‘ haben wir schnell auf die Corona-Pandemie reagiert und bieten den Schwächsten im Kiez eine leckere frische Mahlzeit.

Unmögliches möglich machen

Die Liste mit den Projekten von Vinzenz Pallotti ließe fast beliebig fortsetzen. Und immer wieder motivierte er Bessergestellte, ihre Mittel für die großen Aufgaben einzusetzen. Kein Wunder, dass Pallotti das mathematische Unendlichkeitszeichen liebte. Er war ein No-Limit-Mann. Für ihn gab es keine Grenzen. Weil Gott für ihn unendlich war und Gottes Liebe und Barmherzigkeit auch. Einmal wurde er von einem Kranken beschimpft, der Priester hasste. Pallotti wollte sich trotzdem um ihn kümmern. Also ging er hinaus und kehrte bald unerkannt zurück: Im Outfit einer Krankenschwester und mit etwas höher Stimme. Liebe macht eben erfinderisch.

GOTT ALS MATHEMATISCHES SYMBOL

„Vinzenz Pallotti hatte ein klasse Gottesbild. Das Unendlichkeitszeichen der Mathematik war sein Lieblingszeichen für Gott: dass Gott unendlich ist. Aber unendliche Liebe. Und unendliche Barmherzigkeit. Ihm war ein Glaube mit Hand und Fuß wichtig, der wirklich sozial tätig ist.“

Kalle Lenz, Pallottiner, langjähriger Pfarrvikar der Kirchengemeinde St. Christophorus und Vorstandsmitglied von Pallotti-Mobil e.V.

Dinge möglich machen, die eigentlich unmöglich sind. Mit der Kraft Gottes geht das. Das versichert uns schon die Bibel („Denn für Gott ist nichts unmöglich.“ / Lk 1,37), daran glaubte auch Vinzenz Pallotti, und das ist auch unser Ansatz bei Pallotti-Mobil e. V. Unseren neuen Transporter haben wir erstanden, weil wir ihn brauchten – auch wenn wir am Anfang noch nicht wussten, wie wir ihn am Ende finanzieren. Jetzt ist unser Bau & Renovierung & Transporte-Team wieder unterwegs, um bedürftigen Menschen mit frisch gemachten Wohnungen zum Aufbruch in ein neues Leben zu verhelfen.

Endlich finanziert: Das neue Pallotti-Mobil

Gibt es etwas, was besonders ‚typisch Pallotti‘ ist bei Pallotti-Mobil e. V.? Vorstandsmitglied Kalle Lenz sagt: „Die bunte Mischung der Leute. Katholisch heißt ja universal. Und ich finde es ganz toll, dass wir so eine bunte Truppe von Menschen, von Nationalitäten, von Geschichten und von sozialen Herkünften sind – dass Pallotti-Mobil e.V. eine ganz bunte Zusammensetzung ist.“ Und er fügt hinzu: “Es bereichert und überwindet Vorurteile, wenn geflüchtete Menschen Deutsche kennen lernen, die zu wenig Geld haben und wenn Deutsche die Lebens- und Leidensgeschichte von Eingewanderten persönlich erfahren.“

1963, über hundert Jahre nach seinem Tod, wurde Vinzenz Pallotti heilig gesprochen. Aber schon zu Lebzeiten war er für die Menschen in Rom ‚Il Santo‘ – der Heilige.

Fotos: W. Gebhardt, Fotos “Schuhe Pallottis” & “Gemälde Pallotti”: Pallottiner (SAC), Foto “Transporter”: Pallotti-Mobil e. V.
Texte: W. Gebhardt